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„Help“- Ein Planspiel ->Projekt im Erfurter Landtag

Zerstörung, Terrorismus, Tod, Krieg – all dies sind Begriffe die jeder nahezu tagtäglich in den Medien hört. Trotz dessen ist es uns als Menschen, die sich in einem Europa befinden, dass momentan seine bisher längste Friedenszeit überhaupt durchlebt, unmöglich, sich in die sich aktuell zutragenden politischen Konfliktsituationen hineinzuversetzen. Darum wurden speziell für uns Jugendliche, Aktionen und Projekte ins Leben gerufen, die es sich als Ziel gesetzt haben, unserer Altersgruppe anhand von Informationskampagnen, personalisierten Schicksalen und aktiver Beteiligung an Veranstaltungen Problematiken wie diese näher zu bringen.

Auch die Thüringer Landesregierung fördert das Engagement der Organisationen Deutsches Rotes Kreuz und Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge, die bei solchen Projekten mit Herzblut dabei sind. So kam es, dass wir, die Klasse 1004, am 20.11.17. im Erfurter Landtag die Gelegenheit hatten, am „Humanitären Entwicklungs- und Lernprojekt“ („help“) teilnehmen zu dürfen. Hierbei handelt es sich um ein Planspiel, welches sich um den Konflikt zwischen dem fiktiven afrikanischen Land Malea und seiner Provinz Lufar dreht. Die an Rohstoffen reiche Provinz Lufar möchte sich von Malea loslösen, was zum Bürgerkrieg führt, bei dem auch viele Zivilisten zu Opfern werden. Um auf möglichst friedlichem Wege eine für alle Parteien zufriedenstellende Lösung finden zu können, hat man sich unter Anwesenheit aller beteiligten Länder und Organisationen in Form eines Ausschusses getroffen. Die Schüler versetzten sich in die Situation von Delegierten, gestalteten ihre Rollen und diskutierten gemeinsam Lösungsmöglichkeiten in Konferenzen und Verhandlungen. Vor Spielbeginn wurden die teilnehmenden Schüler und Schülerinnen in das Spielsystem eingewiesen und in verschiedene Parteien eingeteilt. Daraufhin wurden ihnen gruppenspezifische Informationen ausgehändigt und die jeweiligen Parteien erläuterten ihren Standpunkt nach vorheriger Absprache in der Auftaktkonferenz.  Nun begannen die Verhandlungsrunden, die unteranderem Zweiparteien-Gespräche beinhalteten, in denen Lösungsmöglichkeiten erarbeitet werden sollten. Zu Beginn war es für fast alle Beteiligten nicht immer leicht, ihre Standpunkte vor den anderen Parteien aussagekräftig zu vertreten und Entscheidungen gut durchdacht zu treffen. Im Verlauf des Spiels gelang dies jedoch zunehmend besser und man konnte sich immer realistischer in die Positionen hineindenken. Die intensive Interaktion zwischen den Spielern erforderte außerdem ein gewisses Verhandlungsgeschick und kritische Denkfähigkeit. In der Abschlusskonferenz wurde erneut der Standpunkt jeder Partei erläutert und inwiefern er sich nach Austausch mit den anderen geändert hat. Letztendlich handelte man einen Friedensvertrag aus, der für die jeweiligen Parteien mehr oder weniger zufriedenstellend war.

Alles in allem fanden wir dieses Projekt äußerst gelungen. Wir denken, wir sprechen im Namen aller Beteiligten wenn wir sagen, dass die Teilnahme am Planspiel sehr empfehlenswert ist und uns persönlich einen einmaligen, wenn auch nicht zu 100 % realitätsgetreuen, Einblick in politische Auseinandersetzungen, die geführt werden, um Lösungen in Konfliktsituationen zu finden, bieten konnte.

Im Verlauf des Tages hatten wir auch die Möglichkeit, unsere und die von über 6000 anderen Kindern und Jugendlichen angefertigten „Rote Hand Abdrücke“  an die  Staatssekretärin Babette Winter und die CDU-Abgeordnete Elke Holzapfel zu überreichen.  Im Projekt „Rote Hand“, welches von den oben erwähnten Organisationen ins Leben gerufen wurde, hatten wir uns mit der Problematik „Kindersoldaten“ auseinandergesetzt und mit unseren Handabdrücken gegen die immer noch in etlichen Ländern vorherrschende Praxis, Kinder als Soldaten einzusetzen, protestiert.  Mit dem Überreichen von diesen Abdrücken forderten wir die Landtagsabgeordneten und vor allem auch Ministerpräsident Bodo Ramelow auf, sich ebenfalls für ein Beenden dieser unseligen und für viele Kinder tödlichen Praxis einzusetzen.  Frau Winter und besonders Frau Holzapfel zeigten sich in ihren Reden sehr emotional und waren sichtlich erfreut, dass diese Aktion auf so viel Aufmerksamkeit und Erfolg gestoßen ist und so viele junge Menschen zum Mitmachen motiviert werden konnten.

Wir bedanken uns recht her(t)zlich bei den Organisatoren, Veranstaltern und Helfern und selbstverständlich auch bei den Mitarbeitern des Landtages für diesen lehrreichen Tag.

Zoe-Nicole Buch & Emelie Henneberg, Klasse 10/4